„Es gibt kein größeres Geschenk für eine Gemeinde als eine Kirche”
„Es gibt kein größeres Geschenk für eine Gemeinde als eine Kirche”
Pfingstsonntag – in Anwesenheit von kirchlichen und weltlichen Hoheiten wurde der Grundstein der neuen evangelisch-lutherischen Kirche in Piliscsaba gelegt.

Die Evangelisch-Lutherische Gemeinde in Piliscsaba befindet sich derzeit auf dem Gebiet des Béthel Evangelisch-Lutherischen Missionsheimes und hält ihre Anlässe in der Holzkirche, die ursprünglich aus Baden-Württemberg stammt. Das veralterte Gebäude hat Pilzschäden erlitten, die nicht mehr zu reparieren sind. Nach dem Auftrag der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn (ELKU) hat der Architekt András Krizsán DLA – der auch Ybl-Preisträger und Mitglied des Bau- und Immobolienausschusses der ELKU ist –, einen Konzeptionsplan für die Erneuerung von allenn Gebäuden des Missionszentrums erstellt. Infolge des Zustandes der jetzigen Kirche wird zuerst von diesen Plänen der Bau der neuen Kirche und des Gemeinschaftsraumes voraussichtlich im Jahr 2022 durchgeführt.
Der festliche Anlass am 23. Mai hat mit einem Gottesdienst angefangen. Die Predigt hat leitender Bischof dr. Tamás Fabiny gehalten, an der Liturgie haben Dekan Pál Keczkó aus dem Dekanat Buda und Pfarrer Péter Kézdy aus der Kirchengemeinde Piliscsaba teilgenommen. Als Kantoren haben Bence Valachi (Posaune) und Gergely Kalincsák (Tenorhorn) mitgewirkt.

„Kann der undendliche Gott in einem Haus aus Steinen und Holz wohnen?" – stellte die Frage dr. Tamás Fabiny in seiner Predigt laut 1Kön 8,29. „Die Antwort – wie der leitende Bischof formulierte – selbstverständlich nein und doch ja. Ähnlich kann er sich in Stein oder in Holz demütigen ebenso, wie beim Abendmahl in ein Stück Brot und in einen Schluck Wein. Das Unendliche kann in dem Endlichen dabei sein.” Der Bischof hat auf die Geschichte der Gemeinde von der gesegneten Arbeit der Fébé Diakonissen bis heute zurückgeblickt. Er hat die Aufmerksamkeit auf das Werbeschild am Zaun gelenkt, wo das Wort im Zusammenhang mit Bethel steht (1Mose 28,18–22). Den Grundstein der evangelisch-lutherischen Kirche in Piliscsaba hat Jacob bereits im Alten Testament gelegt, der, die Gott gewidmete Stätte Bethel nannte. Wir werden am Grundstein der Urväter, der Propheten und der Apostel weiterbauen.

Nach dem Gottesdienst hat Gergely Prőhle die Gäste begrüßt. Der Landeskurator erinnerte an den evangelisch-lutherischen Pfarrer Árpád Bolla, durch dessen opfervolle Arbeit die jetzige Holzkirche aus Deutschland nach Piliscsaba gebracht wurde, weil man dort eine größere Kirche gebaut hatte. Er würdigte die deutsch-ungarische Partnerschaft in den damaligen und in den heutigen Zeiten. Ohne die Förderung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern könnte die ELKU diesen schönen Traum nicht verwirklichen. Er betonte: im Bau der neuen Kirche kann man die Zuversicht der Kirchengemeinde in Piliscsaba entdecken, und die Erstarkung der christlichen Gemeinschaft dringt – so hoffen wir – sehr viele Menschen durch.
Der Ybl-Preisträger Architekt András Krizsán betonte in seiner Rede, dass man die Kirche an eine gut sichtbare Stelle plazieren wollte. So hat man die Kreuzung der Straßen Széchenyi und Szent László gewählt. Vor dem Kircheneingang wurde eine Kolonnade geplant um eine Stätte für die gemeinschaftlichen Gespräche vor und nach den Gottesdiensten und weiteren Anlässen zu bieten. Die Struktur der Kirche ist auf die altchristliche Tradition zurückzuführen, die Form ist ein griechisches Kreuz. „Ankommend in der Kirche können wir uns erhöhen, als ob sich die Worte auf Zehenspitze stellen würden und Gott mit uns sprechen würde: als er Worte sucht, damit sie zum Verb oder Steine sucht, die zu einer Kirche werden” – hat der Architekt seine Gedanken abgeschlossen.
Die Diasporagemeinde in Piliscsaba – erzählte der Kurator Dezső Mocsáry – ist in den letzten 25–30 Jahren zu einer selbstständigen Kirchengemeinde gewachsen und hat seit 2005 einen eigenen Pfarrer. Es gibt kein größeres Geschenk für die Gemeinde, als eine neue Kirche. Die Gemeinschaft in Piliscsaba ist noch nicht stark genug, allein eine Kirche zu erbauen, aber stark genug sie mit großer Dankbarkeit anzunehmen, damit das Gebäude zu einer Kiche wird.
Von der weltlichen Seite begrüßten die Teilnehmer des Festes Zoltán Fürjes, stellvertretender Staatssekretär für Kirchliche und Nationalitäten-Beziehungen, und es meldeten sich Zsolt Csenger-Zalán, Abgeordneter des 2. Wahlkreises im Komitat Pest, dessen Vater Botschafter in Bonn war, sowie András Farkas, Bürgermeister in Piliscsaba, zu Wort. Der Turm der evangelisch-lutherischen Kirche wird zwischen den Kastanienbäumen und Kiefern hochragen. Die Positionierung an der Ecke hat eine besondere Bedeutung: weil die katholische und die reformierte Kirche jeweils gleich um die nächste Ecke zu finden sind. So wird symbolisch auch die Ökumene, die Annäherung der Kirchen in der Klotildaue verwirklicht.

Nach den Grußworten hat Landeskurator Gergely Prőhle von dem Ast einer gefällten Linde ein selbst gefertigtes Geschenk Pfarrer Péter Kézdy, dem Architekten András Krizsán, Péter Gáncs, Bischof i.R. und Mitglied des Kuratoriums von Bethel, dem Bürgermeister András Farkas und dem Direktor des Landeskirchenamtes der ELKU György Krámer übergeben, damit alle Beteiligten die Geburt der neuen Kirche während der Bauarbeiten in Harmonie miteinander und mit der erschaffenen Welt begleiten.
Danach zog die Gemeinde zu der geplanten Stätte der neuen Kirche, wo leitender Bischof dr. Tamás Fabiny, Dekan Pál Keczkó, Pfarrer Péter Kézdy, Pfarrerin Krisztina Szilák-Túri und Bischof i.R. Péter Gáncs die grundsteinlegende Gemeinde gesegnet haben, sowie das Gründungsdokument und die Erinnerungsstücke angebracht haben. Der Anlass wurde mit Agape abgeschlossen, Bischof i.R. Péter Gáncs wurde von Tamás Fabiny und Gergely Prőhle zu seinem 70. Geburtstag gegrüßt.
Das neue Gebäude mit einer Fläche von 330 m2 wird nicht nur zum Ort von sakralen und kirchlichen Anlässen, sondern auch für kulturelle und gemeinschaftliche Veranstaltungen geeignet sein. Neben dem Kirchenraum werden zwei Säle, eine Teeküche und weitere Sanitätsräume nicht nur der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, sondern auch den Einwohnern der Stadt dienen. Die Gesamtkosten der Bauarbeiten sind 345.110.648 Ft. Der Anteil der ELKU und die Förderungen können dies ermöglichen, die zu 70 % von dem Programm über die Erneuerung der Gemeinderäume laut Vertrag zwischen dem ungarischen Staat und der ELKU und zu 30 % durch die partnerschaftliche Förderung von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern stammen. Die Gemeinde sammelt weiterhin Spenden für die weiteren Ausgaben wie die Aufstellung der Orgel, Einrichtung usw. Über die Erneuerung der weiteren Gebäude des Missionszentrums laufen derzeit weitere Abstimmungen.

