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2021. Januar 28. 9:51

Holocaust-Gedenken

Als ein Pfarrer 1.600 Kinder rettete

Schnelltaufen, gefälschte Papiere und gefährliche Aktionen in letzter Sekunde: Der ungarische Pfarrer Gabor Sztehlo hat 1.600 jüdische Kinder vor dem Holocaust gerettet, indem er sie in Kinderheimen versteckte. Später gründete er mit einem Teil von ihnen die pädagogische „Republik Gaudiopolis“. Einer von Sztehlos Schützlingen erzählt gegenüber ORF.at, wie ihn seine Zeit dort prägte.

Im März 1944 rief der Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Budapest, Sandor Raffay, den jungen Pfarrer Sztehlo zu sich. Der damals 35-jährige Sztehlo wurde beauftragt, Kinder jüdischer Abstammung zu retten und sie in Kinderheimen unterzubringen. Unterstützt wurde Sztehlo vom „Guter Hirte“-Komitee, einem Verein protestantischer Kirchen, dem Roten Kreuz und Schweizer Botschaftern.Viele kirchlichen Heime waren damals überfüllt – und die Zeit drängte: Im März 1944 marschierten die deutschen Soldaten in Ungarn ein. Mit Unterstützung der faschistischen Pfeilkreuzlerpartei begannen die Deutschen mit der Verfolgung der ungarisch-jüdischen Bevölkerung: Jüdinnen und Juden wurden aus dem öffentlichen Leben verbannt, und ein Großteil der männlichen jüdischen Bevölkerung wurde für Zwangsarbeiten eingezogen – die Frauen und Kinder blieben alleine zurück. Rund 70.000 Jüdinnen und Juden wurden in das Budapester Ghetto gesperrt und mehr als 430.000 in Todeslager deportiert.Hier weiterlesen.Universum History Gaudiopolis – Republik der Kinder zum Holocaust-Gedenktag am 29. Jänner um 22.35 Uhr in ORF 2.