Vom Corona-Virus bis zum Tonett-Stuhl
Treffen der Kirchenleitung der V6 in Tschechien
Im kirchlichen Missionszentrum Sola Gratia, das im tschechischen Bystřice pod Hostýnem zu finden ist wurde zwischen dem 5-ten und 6-ten Oktober das V6-Treffen der Kirchenleiter gehalten. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn wurde von Péter Kondor, dem Bischof des Südlichen Kirchenbezirkes, Gergely Prőhle, dem Landeskurator und Klára Tarr Cselovszky, der Leiterin der Abteilung für Ökumene und Außenbeziehungen vertreten. Eingeladen wurden noch die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und die der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Die Ratssitzung wurde dementsprechend unter der Benennung V6 organisiert.

Das Wetter in Bystřice pod Hostýnem war für die ungarische Delegation nach der vierstündigen Reise ein Geschenk. In der Kleinstadt wohnen ca. 8000 Menschen und ist vor allem wegen der zweiten Thonet-Firma berühmt, die 1862 vom Michael Thonet gegründet wurde und deren Stühle weltbekannt sind.
Das erste Treffen der Kirchenleitungen der V4-er (Tschechien, Polen, Ungarn und die Slowakei) fand zuerst 2019 in Warschau statt. Im diesen Jahr jedoch nahmen nur 5 Vertreter der V6-er teil, da die sächsische Kirche diesmal niemanden absenden konnte. So folgten der Einladung der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder die Vertreter der anderen 5 Kirchen, die der ungarischen, slowakischen, polnischen und österreichischen.
Dank der Gastfreundschaft unserer Gastgeber verbrachten wir das Treffen in guter Laune und nachdem wir die aktuelle kirchliche Lage vor allem auf dem Gebiet der Mission, Familie und Diakonie besprochen haben, konnten wir uns einem ehrlichen und tiefen Gespräch widmen.
Wie wir es aus der Gesprächsrunde erfahren durften wird unter dem Begriff „Mission“ nicht überall dasselbe verstanden. Den slowakischen und tschechischen Berichten können wir entnehmen, dass die Mission lieber mit der Diakonie, mit dem sozialen Dienst der Kirche identifiziert und der Akzent weniger auf die Kundgebung des Evangeliums gesetzt wird. Landeskurator Gergely Prőhle betonte es in seiner Rede: man kann die ursprüngliche, wortwörtliche Deutung der Mission nicht umgehen. Das in der Gemeinde getaufte Kind bis hin zur Konfirmation und auch danach muss begleitet und vom jeweiligen Pfarrer in Evidenz gehalten werden. Doch die Ausübung der Mission ist nicht alleine des Pfarrers Sache, sondern der ganzen Gemeinde.
Auch die Formen der Familien waren ein Thema: sie ist der Ort der Tradition und der Gemeinschaftsbildung, ihre Erhaltung ist wichtig.

