Bischof Tamás Fabiny aus Budapest wird neuer Präsident des Martin-Luther-Bundes
Der Leitende Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn, Bischof Dr. Tamás Fabiny wurde bei der Bundesversammlung des Martin-Luther-Bundes in Wittenberg am 8. Oktober 2021 einstimmig zum neuen Präsidenten des Martin-Luther-Bundes gewählt.

Er tritt zum Jahreswechsel bei diesem Ehrenamt die Nachfolge von Pfarrer Dr. Carsten Rentzing an, der seit November 2020 als Beauftragter der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) für die Stärkung des Kontaktes zu den lutherischen Kirchen in Mittel- und Osteuropa tätig ist, wobei die Vorbereitung der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes 2023 in Krakau/Polen derzeit im Mittelpunkt steht, eine Aufgabe, die Dr. Rentzing in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes wahrnimmt. Eng wird daher auch die Zusammenarbeit mit dem Martin-Luther-Bund bleiben. [mehr]

Folgender Teil ist aus dem Interview (auf der Webseite der Evangelisch-lutherischen Kirche evangelikus.hu) zu lesen.
– Was bedeutet dieses neue Ehrenamt für Sie?
– Nach dem Vorschlag des Präsidiums entscheidet die Hauptversammlung über die Person des Präsidenten. Früher wählte man Landesbischöfe zu Präsidenten. Dadurch, dass sie jetzt in meiner Person jemanden, der Ausländer ist, für diese Position ausgesucht haben, wollten sie betonen, dass es um einen Bund geht, der sich über die Grenzen erstreckt, europäisch ist und durch seine Bundmitglieder aus Süd-Amerika und Süd-Afrika auch als einen Weltbund zu definieren ist. Die Kandidatur nahm ich deswegen an, weil, wenn ich richtig informiert bin, wurde ich im vollen Einverständnis für diesen Posten vorgeschlagen, beziehungsweise sicherten mir der Vizepräsident, Rudolf Keller, Kirchenhistoriker und Ehrendoktor an der Evangelisch-lutherischen Theologischen Universität in Budapest und der Hauptsekretär ihre Unterstützung zu. Daneben war es ein anderer Gesichtspunkt, dass ich früher als einer der Vizepräsidenten des Lutherischen Weltbundes Verantwortlicher derselben Region war und diese Arbeit als Fortsetzung jener meiner angeschaut werden kann. In meiner Entscheidung spielte auch die Tatsache eine Rolle, dass ich mein Leben mit dem Martin-Luther-Bund schon des Öfteren verband: gerade vor 40 Jahren, im Sommer 1981 besuchte ich zum ersten Mal das Zentrum in Erlangen, wonach ich 1984 für ein halbes Jahr als Hilfspfarrer in Siófok ein Stipendium bekam. Neun Jahre später verbrachte ich ein ganzes Jahr im Rahmen meiner Doktorausbildung, zusammen mit meiner Frau Kati und der Tochter Blanka, die, da geboren wurde. Schließlich promovierte ich erfolgreich an der Theologischen Fakultät in Erlangen im Jahre 1998. Über das hiesige Kollegium drehte ich dann einen Film, der im staatlichen Fernsehen Duna Televízió aufs Programm gesetzt wurde.
– Es ist offensichtlich: Sie kehren immer gerne nach Erlangen zurück. Doch zu Ihrer Wahl mussten Sie diesmal nach Wittenberg reisen.
– Das Zentrum in Erlangen wird gerade umgebaut, deshalb hielt man die Hauptversammlung in Wittenberg. Zum Anlass begleitete mich auch meine Frau. Im Reformationsmonat war es ein besonderes symbolisches und bestärkendes Gefühl am folgenden Tag der Versammlung gerade in der Stadtkirche die Bestärkung zu der mir anvertrauten Aufgabe zu erhalten. Im Abendmahlsgottesdienst predigte Bischof Carsten Rentzing, bisheriger Präsident, der mich dann mit Segen in diesen neuen Dienst schickte.

